Abschied vom Lande
Höfe zerfallen unter dem Himmel
wie Wolken im trägen Wind der Zeit.
Tief schlägt Beton die Wurzeln ins Land
durch Flüsse, Wald und alte Steine
In Schuppen vergessene Maschinen,
die immer noch alte Felder bestellen.
Felder, von Siedlungen längst überzogen
wie Pflüge vom Rost der Erinnerung
In fetten Feldern Trakorspuren
über dem Mais vom vorigen Jahr.
Schon droht in glatten Uniformen
die freche Vorhut der Siedlungshäuser
Die weißen Wolken der Industrie
wie Räderrollen am Horizont.
Hagelwände treibt der Wind
über die schwarzgebrochenen Felder
Zum Buch:
"Im Gewitter der Geraden" erschien 1981 im C.H.Beck Verlag, München, mit Beiträgen von Uwe Dick, Hans Magnus Enzensberger, Günter Grass, Günter Kuhnert, Jürgen Theobaldy, Gabriele Wohmann und vielen anderen.
Über "Abschied vom Lande" schrieb P.C. Mayer-Tasch in seinem Vorwort:
"Zunächst war es die amerikanisch Beat-Generation, die aufbrach und sich anschickte, immer mehr Easy Rider aufzunehmen. Später war es dann die dem aufklärerischen Fortschrittsdenken abschwörende Jugend Westeuropas - Englands vor allem, Schwedens, Frankreichs und der Bundesrepublik, die im Alleingang oder auch in Lebens- und Arbeitskreisen unterschiedlichen Verdichtungsgrades auf dem Lande Zuflucht suchten. Aber auch hier gerieten viele schon sehr bald in eine Sackgasse der zivilsatorischen Entwicklung, mussten den "Abschied vom Lande" nehmen, den Thomas A. Merk in dichten Bildern präsentierte. Auch hier gerieten sie ins offenbar unausweichliche "Gewitter der Geraden" und wurden insoweit endgültig auf sich selbst zurückgeworfen."