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Sendung : Weißblau und heiter
Manuskripttitel : Trivial Pursuit- Bayernedition
Wissen Sie, welche eiserne Lady in München ein Bärenfell trägt? Ist doch klar, meinen Sie? Margaret Thatcher, wenn sie im Winter zu Besuch in unsere Landeshauptstadt kommt? Weit gefehlt. Die gesuchte Dame ist unsere Bavaria, die jetzt schon 140 Jahre lang ihren Kranz aus Eichenlaub in den weißblauen Himmel hält.
Was sagen Sie? Von wegen eisern? Die Bavaria wäre aus Bronze und diese Legierung bestehe immer noch aus Kupfer, Zinn und etwas Blei. Geh, sein’S doch nicht so kleinlich. Wir spielen doch schließlich ein Spiel miteinander, da woll’n wir’s doch nicht so genau nehmen. Und eigentlich fühlen wir uns ja auch ein wenig gebauchpinselt, daß sich ein großer, amerikanischer Verlag 3000 Fragen ausgerechnet zum Thema Bayern aus den Fingern gesaugt hat, um damit sein weltweit beliebtes Wissensabfragespiel aufzumotzen, von dem niemand so ge-nau weiß, ob man es jetzt Trivial Pür-süt oder Trivial Pör-su-it aus-spricht . Also würfeln wir uns hinein ins bunte Spielbrett und beant-worten wir auf den farbigen Kästchen die jeweiligen Fragen.
Ganz ehrlich, wissen Sie auf Anhieb von wann bis wann König Ludwig der Erste regierte oder was ein Roßkäfer ist? Ist ein ”Dradiwixpfei-ferl” ein Lebensmittel, ein Musikinstrument oder eine Verzierung auf Trachtenkostümen? Aber daß der Leberkäs nix mit Leber zu tun hat, sondern den Namen seiner Form verdankt (aus Laiberkäs wurde Leberkäs) hätten Sie sicher gewußt.
Es gibt ja nichts Schöneres, als mit Bekannten, die nicht das Glück haben, auf unserer Seite des Weißwurstäquators zu leben, dieses Spiel zu spielen. Stellen Sie sich vor, wie Sie bei ihren Gästen auf-trumpfen können, wenn Sie ihnen kaltlächelnd folgende Frage stellen: ”Wie nennt der Bayer große Hände?” Wetten, daß 90 Prozent der Befragten niemals auf die korrekte Antwort, nämlich ”Pratzn” kom-men? Schon eher dagegen kann der bajuwarophile Norddeutsche die nächste linguistische Klippe umschiffen: ”Wen bezeichnet der Bayer mit Oide ?”
Sie sehen schon, bei diesem Spiel kann der Nichtbayer viel über unser Volk und seine Lebensgewohnheiten lernen. Auch Nützliches, ja Über-lebensnotwendiges. Wenn einer auf die Frage ”Welche Maßeinheit gilt für das Bier in Bayern?” die korrekte Antwort weiß, kann man ihn schon fast auf die bayerische Menschheit loslassen.
Besser wär’s allerdings, er täte sich vorher noch rasch auf spieleri-schem Weg mit den Ausdrücken ”Schelln”, ”Roßbolln” und ”Ohr-waschln” vertraut machen und die richtige Lösung für die Frage ”Was meint der Bayer, wenn er droht Magst blaue Fensterl davontragen ” finden.
Es stimmt schon, daß in dem Spiel, wie die Anleitung verspricht, ”in-teressante Eigenarten der bayerischen Lebensweise” vermittelt werden. Und neben Fingerhakeln, Goaßlschnoizn und Schuhplattln muß man auch den neubayerischen way of life aus dem Eff Eff beherrschen, will man eine gute Figur beim heiteren gegenseitigen Abfragen machen.
Mit welchem Gruß, zum Beispiel, verabschiedet sich die Münchner Schickeria?Na, mit Tschüß, das weiß man doch. Welcher Radiosender in Bayern nach einem Schmuckstück für Männer benannt ist, sagen wir Ihnen hier natürlich nicht, dafür wollen wir Ihnen aber die sprach-lich gelungenste Frage des Spiels zum Schluß nicht vorenthalten. Die lautet buchstäblich so: ”Wo was bezeichnel du skifahrer mit Kurvenwasser ?” Da hat doch der Autor garantiert die Antwort auf die Fra-ge ”Macht Märzen- oder Bockbier schneller betrunken?” am eigenen Leibe ausprobiert.
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